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Wohnraumoffensive der Stadt Heidelberg

Kategorie: Strategischer Ansatz
Schlagwörter: Beteiligung, Konversion, Neubau
Luftaufnahme der Südstadt mit freien Bauflächen

© K. Venus

Heidelberg, Baden-Württemberg
160.355 Einwohner (1)

Wohnungsmarkt
Kappungsgrenze gesenkt und Mietpreisbremse eingeführt (2)

Durchschnittliche Abweichung der Angebotsmiete vom Bundesdurchschnitt 2018:
+59 % (3)

Projektbeschreibung

180 Hektar Fläche für neue Entwicklungen im Innenbereich – diese Jahrhundertchance hat Heidelberg nach dem Abzug der US-Armee erhalten. Auf den insgesamt fünf Konversionsarealen im Stadtgebiet sollen vielfältig gemischte Quartiere entstehen. In den Stadtteilen Südstadt und Rohrbach (ehem. US-Hospital) entstehen auf über 50 Hektar zwei neue Quartiere für rund 4.000 Bewohnerinnen und Bewohner mit attraktiven Freiflächen sowie Kultur- und Büronutzungen.

In der Südstadt sieht das 2014 verabschiedete Wohnzielgruppenkonzept bei Mietwohnungen für Haushalte mit unteren und mittleren Einkommen Mietobergrenzen zwischen 5,50 und 8 Euro pro Quadratmeter vor. Bestandsgebäude werden dabei in das Neubauquartier integriert. Die Umsetzung des ambitionierten Konzepts, bei dem 1.400 Wohnungen entstehen, übernimmt ein Bündnis aus genossenschaftlich organisierten Banken und Wohnungsbauunternehmen sowie der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GGH. Zur Vielfalt im Quartier tragen darüber hinaus verschiedene Baugruppen bei. Das Herzstück bilden attraktive Park- und großzügige Platzanlagen.

Auf dem ehemaligen Hospital-Gelände entstehen rund 600 neue Wohnungen. Die Hälfte der Wohnungsfläche wird gemäß dem Wohnzielgruppenkonzept von 2018 als bezahlbarer Wohnraum für untere und mittlere Einkommensgruppen angeboten. Bemerkenswert ist die Verpflichtung der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft, dass die Mietbelastungsquote der Haushalte bei diesen Wohnungen 30 Prozent nicht übersteigen darf. Dementsprechend überprüft die Stadt regelmäßig Einkommen und Mietkosten dieser Haushalte. Zur Vielfalt des Quartiers trägt das Collegium Academicum bei, das zusätzlich Wohnraum für 200 Studierende schafft. Die intergierte Betrachtung der Mobilität, energetischer Standards und ökonomischer Belange trägt wesentlich dazu bei, die Bezahlbarkeit des Vorhabens zu ermöglichen. So wurde beispielsweise weitgehend auf Tiefgaragen verzichtet.

Beitrag zur Neubauakzeptanz

Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum stellt im Wohnungsneubau in einem sehr angespannten Wohnungsmarkt wie dem Heidelberger eine besondere Herausforderung dar. Der hohe Anteil an bezahlbarem Wohnraum für untere und mittlere Einkommensgruppen in Miete und Eigentum, der in der Südstadt auf 70 Prozent der Wohnfläche entsteht und auf dem ehem. US-Hospital 50 Prozent der Wohnfläche beträgt, sorgt für eine hohe Akzeptanz der neuen Stadtquartiere in der Bürgerschaft. Mit dem Aufgreifen der stadtteilspezifischen Gegebenheiten bei der Erstellung der wohnungspolitischen Konzepte beschreitet Heidelberg einen innovativen Weg.

Im Rahmen des Dialogischen Planungsprozesses Konversion wurden beide Projekte mit intensiver Bürgerbeteiligung entwickelt. Dies hat sowohl zur Qualität dieser beiden Projekte als auch zu deren Akzeptanz bei den ansässigen Bewohnerinnen und Bewohnern im Umfeld der neuen Quartiere und in der Stadt insgesamt wesentlich beigetragen. Die Stadt Heidelberg setzt zusammen mit verschiedenen Partnern bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums und der flankierenden Qualifizierung des Freiraums neue Maßstäbe.

Weitere Fotos

Wohnanlage mit Fassade in verschiedenen Tiefen, Balkonen und kleiner Parkanlage davor
Gebäude für gewerbliche Nutzung in der Südstadt. Erdgeschoss des Gebäudes ist vollverglast, restliche Stockwerke in Ziegeloptik

Weiterführende Informationen

Stadt Heidelberg: Handlungsprogramm Wohnen

(1) Datenquelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Genesis-Online; Datenlizenz by-2-0, Stand 31.12.2018

(2) BBSR (2017): Gemeinden mit Mietpreisbremse/Kappungsgrenzenverordnung.

(3) empirica ag (empirica-systeme Marktdatenbank); Kommunen mit weniger als 50 Mietangeboten im Jahr 2018 wurden nicht berücksichtigt.

Bildnachweis: © K. Venus / S. Ehrlich