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Innenentwicklungsmanagement Trier

Kategorie: Strategischer Ansatz
Schlagwörter: Innenentwicklung, Innenentwicklungsmanagement, Modellprojekt
Vorderansicht der ehemaligen Seifenfabrik in Trier. Diese wurde in ein Wohngebäude umgebaut. Bogenförmige Eingänge, die rosa-weiße Fassade sowie große Dachgeschosswohnungen zeichnen das Gebäude aus. Im Vordergrund ist eine große Eiche zu sehen.

© Stadt Trier, Amt für Stadtentwicklung und Statistik

Trier, Rheinland-Pfalz
110.013 Einwohner (1)

Wohnungsmarkt
Kappungsgrenze gesenkt und Mietpreisbremse eingeführt (2)

Durchschnittliche Abweichung der Angebotsmiete vom Bundesdurchschnitt 2018:
+22 % (3)

Projektbeschreibung

Trier weist als wachsende Stadt in der Grenzregion zu Luxemburg einen angespannten Wohnungsmarkt auf. Über das vom BBSR mitfinanzierten Modellvorhaben „Innenstadtprojektmanager Wohnen (IPW)“ konnten konkrete Wohnbaupotenziale mit den Eigentümern kooperativ aufbereitet werden. Der IPW konnte mit privaten Investorinnen und Investoren sowie (Klein-)Eigentümerinnen und -eigentümern spezifische Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen. Als projektorientierter Ansprechpartner, Berater und Moderator agiert er zwischen Fachämtern, Eigentümerinnen/Eigentümern und Investorinnen/Investoren.

Ausgewählte Eigentümerinnen und Eigentümer wurden direkt angesprochen und die Möglichkeiten einer entsprechenden Wohnbebauung vertraulich erörtert. Mit den entwicklungsbereiten Personen wurden vertiefende Beratungsgespräche geführt und konkrete Nutzungs- und Wirtschaftlichkeitskonzepte erstellt. Eine Aktivierung dieser Wohnungsbaupotenziale und der Schaffung neuen Wohnraums wird damit sehr wahrscheinlich.

Die Vorhaben sind an den planungs- und baurechtlichen Vorgaben auszurichten. Der neue Ansatz dieses Modellvorhabens zeigt, dass eine immobilienwirtschaftlich ausgebildete und erfahrene Fachkraft dauerhaft in der Verwaltung eingebunden werden sollte, was jedoch durch die aktuelle Arbeitsmarktsituation begrenzt sein dürfte.

Beitrag zur Neubauakzeptanz: 

Viele Eigentümerinnen und Eigentümer haben die direkte und aktive Ansprache positiv aufgenommen. Die einzelfallbezogenen Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und -berechnungen waren ausschlaggebend, um eine Wohnbebauung weitergehend besprechen zu können. Als Herausforderung zeigte sich das Herstellen eines Vertrauenverhältnisses (z. B. bei der Weitergabe individueller Daten für die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung) und die Erwartungshaltung der Genehmigung eines Wohnbauvorhabens, welche unter Umständen (z. B. Denkmalschutz) begründet nicht erfüllt werden kann.

Weitere Fotos

Frontansicht des Wohngebäudes in Trier. Im Vordergrund lehnt im Hinterhof des Wohnhauses eine Tischtennisplatte an einer Eiche.

Weiterführende Informationen

https://www.trier.de/bauen-wohnen/sonderprojekte/innenentwicklungskonzepte/

BBSR (2019): Aktivierung von Innenentwicklungspotenzialen in wachsenden Kommunen. Ein ExWoSt Forschungsfeld. In: ExWoSt-Informationen 51/2. 

(1) Datenquelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Genesis-Online; Datenlizenz by-2-0, Stand 31.12.2017

(2) BBSR (2017): Gemeinden mit Mietpreisbremse/Kappungsgrenzenverordnung.

(3) empirica ag (empirica-systeme Marktdatenbank); Kommunen mit weniger als 50 Mietangeboten im Jahr 2018 wurden nicht berücksichtigt.

Bildnachweis: © Stadt Trier, Amt für Stadtentwicklung und Statistik