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Innenentwicklungsmanagement Offenburg

Kategorie: Strategischer Ansatz
Schlagwörter: Innenentwicklung, Innenentwicklungsmanagement, Modellprojekt
Darstellung einer Draufsicht von Offenburg. Die zinnroten und schwarzen Dächer, bilden einen Kontrast zu den Grünflächen.

© Landesvermessungsamt Baden-Württemberg (www.lv-bw.de), Stadt Offenburg

Offenburg, Baden-Württemberg
59.060 Einwohner (1)

Wohnungsmarkt
Kappungsgrenze gesenkt und Mietpreisbremse eingeführt (2)

Durchschnittliche Abweichung der Angebotsmiete vom Bundesdurchschnitt 2018:
+14 % (3)

Projektbeschreibung

Offenburg ist eine wachsende Kommune, die bis 2030 einen Bedarf von ca. 5.200 Wohnungen aufweist. Bereits vor dem Start des Modellvorhabens wurden erfolgreich unterschiedliche Instrumente zur Schaffung neuen Wohnraums eingesetzt.

Im Modellvorhaben Offenburg wurden die stadtentwicklungspolitischen und bodenordnerischen Grundsätze im Jahr 2017 als Basis nachfolgender Aktivitäten politisch beschlossen (Offenburger Siedlungs- und Innenentwicklungsmodell SIO). Die einzelnen erhobenen Flächenpotenziale wurden von der Stadtverwaltung anhand vielfältiger Kriterien (z.B. Infrastrukturausstattung, ökologische Verträglichkeit, geeignete Wohnformen) aus verschiedenen fachlichen Blickwinkeln bewertet. Über die priorisierten Flächen wurden anschließend sowohl die Bürgerinnen und Bürger als auch die Politik umfassend informiert. Die Aktivierung der Flächen erfolgt in enger Abstimmung mit Politik, den Eigentümerinnen/Eigentümern und Bauwilligen, vorzugsweise in freiwilligen kooperativen Verfahren.

Seit 2017 bildet die aktive Liegenschaftspolitik einen weiteren wichtigen Baustein der zeitnahen Bauland- und Wohnraumentwicklung: Die Stadt Offenburg kauft in aktuellen und zukünftigen Entwicklungsgebieten aktiv Grundstücksflächen an. Der Fonds mit derzeit 8 Mio. Euro städtischen Mitteln ausgestattet. Vorgesehen ist, dass sich dieser Fonds innerhalb der nächsten fünf Jahre durch den Weiterverkauf der Grundstücke in einem öffentlichen Konzeptverfahren mittel- bis langfristig selbst refinanziert (revolvierender Bodenfonds).

Beitrag zur Neubauakzeptanz: 

Die Grundstücksvergabe im Konzeptverfahren nach Ankauf einer Fläche wird als mehrstufiger Dialog durchgeführt. Die Stadt kann Vorgaben zur künftigen Bebauung wie wohnungspolitischen Zielen (Wohnungsmix) und städtebauliche Qualitäten machen. Der Kaufpreis ist dabei ein Kriterium mit eher untergeordnetem Anteil an der Vergabeentscheidung. Als wesentliches Element wird ein Planungskonzept inklusive Nutzungs- und Gestaltungskonzept erwartet. Die Vergabe erfolgt je nach Standort und Planungszielen anhand unterschiedlicher Kriterien.

Die Akzeptanz des Projekts profitiert von dem starken Rückhalt durch die Politik. Dieser konnte durch ausführliche Rücksprache und regelmäßige Berichterstattung gestärkt werden.

Auf eine breite Öffentlichkeitsarbeit zu potenziellen Baugrundstücken in der Gesamtstadt wird in Offenburg bewusst verzichtet.

Weitere Fotos

Näherer Ausschnitt des Entwicklungsgebietes in Offenburg als Draufsicht.
Visualisierung der konkreten Erschließungsgebiete durch die Draufsicht auf Gelb sowie Grün gekennzeichnete Flächen und Wohnhäuser.

Weiterführende Informationen

https://www.offenburg.de/html/baulanderschliessung.html

BBSR (2019): Aktivierung von Innenentwicklungspotenzialen in wachsenden Kommunen. Ein ExWoSt Forschungsfeld. In: ExWoSt-Informationen 51/2. 

(1) Datenquelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Genesis-Online; Datenlizenz by-2-0, Stand 31.12.2017

(2) BBSR (2017): Gemeinden mit Mietpreisbremse/Kappungsgrenzenverordnung.

(3) empirica ag (empirica-systeme Marktdatenbank); Kommunen mit weniger als 50 Mietangeboten im Jahr 2018 wurden nicht berücksichtigt.

Bildnachweise: © Landesvermessungsamt Baden-Württemberg (www.lv-bw.de), Stadt Offenburg