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Innenentwicklungspotenziale Berlin

Kategorie: Strategischer Ansatz
Schlagwörter: Innenentwicklung, Innenentwicklungsmanagement, Modellprojekt
Frontperspektive auf eine Straße mit Wohnhäusern in Berlin. Im rechten Bereich wird die Fassade eines Wohnhauses neu saniert.

© Henning Roser

Berlin, Berlin
3.769.495 Einwohner (1)

Wohnungsmarkt
Kappungsgrenze gesenkt und Mietpreisbremse eingeführt (2)

Durchschnittliche Abweichung der Angebotsmiete vom Bundesdurchschnitt 2018:
+40 % (3)

Projektbeschreibung

Das Berliner Modellvorhaben zum Innenentwicklungsmanagement im Rahmen des entsprechenden ExWoSt-Forschungsfeldes des BBSR wurde durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen (Wohnungsbauleitstelle und Referat Stadtentwicklungsplanung) initiiert. Ein wesentlicher Baustein war die Erfassung und Bewertung von Innenentwicklungs­potenzialen. Mittels einer systematischen GIS-gestützten Analyse im Umfeld von schienengebundenen ÖPNV-Stationen wurden Bebauungspotenziale an insgesamt 171 Standorten analysiert. Auf Grundlage u. a. der Flächengröße, der Erschließungssituation und der Bau- und Nutzungsstruktur konnten zunächst theoretische Wohnbaupotenziale ermittelt werden, die anschließend kategorisiert und für die an ausgewählten Standorten Feinchecks angefertigt wurden. Ergänzend spielten standortspezifische Merkmale bzw. vorhandene Kenntnisse über laufende Planungen und Informationen zu Umsetzungsstand bzw. -hemmnissen eine Rolle. Darüber hinaus wurden zur weiteren Auswahl prioritärer Standorte vertiefende städtebauliche Untersuchungen und Abstimmungsgespräche mit den zuständigen Bezirken und teilweise mit den Eigentümerinnen und Eigentümern durchgeführt. Dies erfolgte unter den Prämissen mögliches quantitatives Potenzial, Schaffung preiswerten Wohnraums, Erprobung von Strategien proaktiver Bauberatung und Behebung städtebaulicher Missstände. Neu identifizierte Potenziale sind über das verwaltungsinterne Wohnbauflächen-Informationssystem der planenden Verwaltung zugänglich gemacht worden. Im Rahmen des Modellvorhabens wurden die 171 Standorte auf 6 Vertiefungsräume gefiltert und priorisiert. Die Methodik der Grob- und Feinchecks bietet eine gute Verwertbarkeit für das weitere Verwaltungshandeln, z. B. für ergänzende Untersuchungen weiterer Standorte.

Beitrag zur Neubauakzeptanz: 

Die weiterführenden Standortuntersuchungen haben enge Abstimmungen zwischen der Senatsverwaltung und den Bezirken befördert. Die Akzeptanz und Bereitschaft zur Kooperation und Mitwirkung seitens der Bezirksverwaltungen ist sehr wertvoll für künftige Vorhaben. Der grundsätzlich hohen Zustimmung zu einer proaktiven Bauberatung stehen allerdings Personalengpässe entgegen, die es den Stadtentwicklungsämtern derzeit kaum ermöglichen, aktiv Prozesse anzustoßen und zu steuern. Regelmäßige Abstimmungsrunden helfen dem Innenentwicklungsmanagement dabei, über aktuelle Entwicklungen informiert zu werden und bei Bedarf steuernd eingreifen zu können.

Weitere Fotos

Abbildung einer Parkanlage. Im Vordergrund ist die Gabelung der Straße zu sehen.

Weiterführende Informationen

https://www.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/wohnungsbauleitstelle/

BBSR (2019): Aktivierung von Innenentwicklungspotenzialen in wachsenden Kommunen. Ein ExWoSt Forschungsfeld. In: ExWoSt-Informationen 51/2. 

(1) Datenquelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Stand 31.12.2019

(2) BBSR (2017): Gemeinden mit Mietpreisbremse/Kappungsgrenzenverordnung 

(3) empirica ag (empirica-systeme Marktdatenbank); Kommunen mit weniger als 50 Mietangeboten im Jahr 2018 wurden nicht berücksichtigt